Über die Kunst, Wäsche richtig zu falten

Die Erfindung der Waschmaschine hat für eine enorme Erleichterung im Alltag gesorgt. Huwa arbeitet zwar intensiv an der Erfindung der Wäschefaltmaschine, bis es aber so weit ist – was leider noch etwas dauern kann –, bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Arbeit von Hand zu erledigen. Doch wer sagt, dass aus der lästigen Pflicht keine Tugend gemacht werden könne? Hier finden Sie Tipps, wie das Falten der Wäsche leichter von der Hand geht.

Ab ins Grüne

Liebe Kleiderliebhaberinnen und Wäschekünstler

Heute bringen wir Ihnen die faszinierende Welt des Wäschefaltens näher. Ja, Sie haben richtig gelesen: Wir werden Sie in die Geheimnisse akkurater Kleidertürme einweihen. Denn was auf den ersten Blick als mühselige Alltagspflicht daherkommt, kann ganz locker von der Hand gehen, wenn man weiss, wie. Also schnappen Sie sich Ihre Lieblingskleider und stellen Sie Ihre Faltskills auf die Probe!

Erster Schritt: Verbindung zur Wäsche herstellen

Bevor wir uns in die Tiefen des Wäschebergs wagen, wollen wir sicherstellen, dass wir die Bedürfnisse unserer Lieblingsstücke kennen. Nehmen Sie ein Kleidungsstück zur Hand und wiegen Sie es sanft hin und her. Überlegen Sie sich, wie sehr es Ihnen am Herzen liegt und wie gut es zu Ihrem Stil passt. Ein Moment der Wertschätzung für die treuen Begleiterinnen – das verhilft Ihnen und der Wäsche zu einer Extraportion Wohlbefinden!

Die Kunst des Faltens

Derart vorbereitet, sind wir bereit, die Fertigkeit des Wäschefaltens zu üben. Legen Sie Ihre Kleidungsstücke auf eine horizontale Fläche, die Rückseite nach oben. Glatte Oberflächen und vier Ecken sind Grundvoraussetzungen für geschmeidiges Falten. Das ausgelegte Kleidungsstück wird erst glattgestrichen, dann werden die Seiten eingeklappt, sodass man die gewünschte Breite erhält. Je nach Ärmellänge werden diese in die Gegenrichtung zurückgelegt, ohne dass sie über den ersten Falt hinausragen. Wichtig: Nur scharfe Falten halten die Oberflächen glatt und vermeiden lagerbedingtes Knittern!

Die Perfektionisten unter Ihnen schneiden sich aus Karton eine rechteckige Vorlage im optimalen Verhältnis zu (90°-Winkel, ansonsten werden Sie den Kreativen zugeteilt). Legen Sie diese nun in die Mitte des Kleidungsstücks und falten Sie die Seiten entlang des Kartonrands. Bevor das gute Stück dann in der Mitte quer gefaltet wird, den Karton vorsichtig herausziehen. Mit diesem Trick sind T-Shirts, Pullover und Hemden in der immer gleichen Grösse gefaltet und sehen so perfekt aus wie im Shopregal.

Eine etwas grössere Herausforderung ist das Falten von Hosen. Klar, Jeans sind einfach, aber spätestens bei Bundfaltenhosen wird es komplizierter. Im Idealfall werden diese gar nicht erst zusammengelegt, sondern am Bügel aufgehängt, aber das geht ja nicht immer. Die Hose sollte natürlich glattgebügelt sein, sonst nützt der beste Kniff nichts. Bei Hosen ist es besonders wichtig, auf einer glatten, harten Unterlage zu arbeiten. Die Hosenbeine werden nun entlang der Bügelfalte halbiert, von aussen nach innen. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass die Unterseiten gleich lang sind und glatt aufliegen, sonst entstehen unerwünschte Bundfalten den Allerwertesten entlang. Nun falten Sie die Hose ein zweites Mal der Länge nach, indem Sie die beiden Hosenbeine aufeinanderlegen. Schliesslich werden die Hosen in der Länge halbiert, indem der Umschlag auf den Hosenbund gelegt wird. Mit der Kante der freien Hand wird die Hose «in die Knie gezwungen». Je nach Platz im Koffer oder Kleiderschrank kann die Hose auf die gleiche Weise gar geviertelt werden. Das garantiert zwar keine komplett faltenfreie Hose, ist aber bestimmt der beste Weg, eine schöne Stoffhose auf Reisen zu schicken.

Das Leid der einsamen Socken

Socken sind die Schelminnen der Wäschewelt. Sie verschwinden gerne auf geheimnisvolle Weise und tauchen dann plötzlich wieder auf, meist ohne ihre Zwillingspartnerin. Da hilft nur eines: zur Aufbewahrung Socken am Bund übereinanderstülpen oder sie aufeinanderliegend zusammenrollen. So bleiben sie zusammen und werden einander nie mehr aus den Augen verlieren (das bedingt natürlich, dass sie den Waschvorgang bereits gemeinsam angetreten haben).

Der Pyramidenbau – nicht nur eine altägyptische Disziplin

Nachdem Sie sich nun die Mühe gemacht haben, Ihre Wäsche ordentlich zusammenzufalten, ist es fast ein Muss, gleich auch Ordnung im Kleiderschrank zu schaffen. Und dafür gibt es eine bewährte Technik: den Pyramidenbau! Sprich, die grössten und breitesten Kleidungsstücke bilden die Basis, und dann wird mit abnehmendem Volumen und geringerer Breite aufgetürmt. Selbstredend werden dabei Pyramiden nach Kleiderart gebildet. T-Shirts zu T-Shirts, Pullover zu Pullover, Hose zu Hose … Und noch ein Tipp für Perfektionisten: Ordnen Sie die Kleidungsstücke nicht nur pyramidenförmig nach Grösse und Sorte, sondern auch nach Farbe. So gewinnt Ihr Kleiderschrank Bücherregalstatus, und Sie können Eindruck schinden, wenn beim Videocall mit der Chefin «aus Versehen» die Schranktüre offensteht.

Bonustipp: das «Wäschefaltentanz»-Ritual

Um dem Wäschefalten den letzten Mief zu nehmen, empfehlen wir den Wäschefaltentanz. Legen Sie Ihre Lieblingsmusik auf, schnappen Sie sich das zu faltende Kleidungsstück und bewegen Sie Ihren Körper im Einklang mit der Musik. Tanzen, wirbeln und falten Sie im Takt. Nicht nur Sie werden dabei Spass haben, sondern auch die Wäsche wird sich freuen, Teil eines solch energetischen Moments zu sein!

Denken Sie immer daran, dass das Wäschefalten eine Kunst ist, die mit etwas Übung und Kreativität perfektioniert werden kann. Ausserdem eignet es sich auch optimal als Meditations- und Achtsamkeitsübung – dies dürfte insbesondere die Zeitoptimierer und Dauergestressten unter Ihnen freuen.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Wäschefalten und einen bezaubernden knitterfreien Tag!